Landratswahl gelaufen - und nun?
Ralf Reinhardt (SPD) bleibt Landrat von OPR. Bei der Stichwahl am 28.06.2026 erhielt er rund 60 Prozent der abgegebenen Stimmen und lag damit klar vor seinem Kontrahenten Torsten Arndt (AfD), der auf knapp 40 Prozent kam. Mit rund 23 Tausend Stimmen schaffte Reinhardt auch das Quorum von mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten und wurde damit erstmals direkt als Landrat gewählt.
Das Ergebnis ist deutlich und ohne Wenn und Aber zu akzeptieren. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass mehr als die Hälfte der gut 83 Tausend Wahlberechtigten keinem der beiden Kandidaten ihre Stimme gegeben haben. Bezogen auf die Gesamtwählerschaft kommt Reinhardt nur auf rund 28 Prozent Zustimmung, obwohl es eine massive Unterstützungskampagne von SPD, Grünen, CDU, teilweise der Linken sowie Aktionsbündnissen wie Campact und „Neuruppin bleibt bunt“ für ihn gab.
Der BSW-Kreisverband fand keinen der beiden Kandidaten überzeugend und hat deshalb dafür geworben, weder Reinhardt noch Arndt zu wählen. Dafür wurden wir in Regionalmedien wie „MAZ“ und „MOZ“ als Demokratiefeinde und Wahlboykottierer diffamiert. Das haben wir entschieden zurückgewiesen, denn auch Stimmenthaltung und Ablehnung von Kandidaten sind Ausdruck demokratischer Willensbildung. „MAZ“ und „MOZ“ war das keine Zeile wert, während die „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“ in einem ausführlichen Artikel darauf einging. Darin erfuhr man auch, dass Distanz zu beiden Kandidaten in Stichwahlen durchaus üblich und alles andere als ein Skandal ist.
Nach seiner Wiederwahl muss Ralf Reinhardt nun zeigen, dass er tatsächlich der Landrat aller Bürgerinnen und Bürger von OPR ist – wie von ihm regelmäßig betont wird. Das BSW wird das kritisch und konstruktiv begleiten.